Rezensionen zu dem neuen Kinderbuch von Marion Röttgen „Tolga hat’s nicht leicht“

Rezensionen zu dem neuen Kinderbuch von Marion Röttgen „Tolga hat’s nicht leicht“

Im Laufe der letzten Wochen sind zahlreiche begeisterte Rezensionen zu dem neuen Kinderbuch von Marion Röttgen „Tolga hat’s nicht leicht“ erschienen. Wir freuen uns riesig über das positive Feedback!

 

Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten

 

Cannstatter Zeitung und Untertürkheimer Zeitung

 

Stuttgarter Wochenblatt

 

Reutlinger General-Anzeiger

Bonner Institut für Migrationsforschung (BIM) e.V.

Tolga hat´s nicht leicht Die Freundschaft zwischen einem deutschen Mädchen und einem türkischen Jungen

Während uns Marion Röttgen mit ihrem Buch „Tolga hat´s nicht leicht“ in die Welt der Neugierde und Offenheit von Kindern eintauchen lässt, behandelt sie auf eine liebevolle Art und Weise eines der aktuellsten Themen, wie die Integration von Kindern aus Migrantenfamilien. 

Eingeführt in diese Welt wird der Leser durch das selbstbewusste, wissbegierige und manchmal auch durchaus vorlaute Mädchen Patrizia. Sie nimmt uns mit in ihren Alltag, lässt uns teilhaben an den vielen Fragen, die ihr durch den Kopf schießen, die Antworten, die sie darauf findet oder aber jene, die ihr plötzlich nicht mehr als wichtig erscheinen. Was Patrizia zurzeit allerdings besonders beschäftigt, ist Tolga, der neue Junge in ihrer Klasse. Denn anders als Patrizia, die ebenfalls ihren ersten Tag in dieser Schule hat, wird Tolga der Einstieg in die Klasse nicht gerade leichtgemacht. Tolga ist der Sohn türkischer Eltern, scheint noch nicht lange in Deutschland zu wohnen, und seine geringen Deutschkenntnisse reichen nicht aus, um sich gegenüber seinen Mitschülern verteidigen zu können. Im Gegensatz zu einigen Klassenkameraden, die in Tolga einen Jungen zum Ärgern sehen, erkennt Patrizia – nach anfänglichem Zögern - die Notwendigkeit, Tolga zu verteidigen und ihm schützend beiseite zu stehen. Doch ganz ohne Komplikationen verläuft dies nicht, denn auch sie erfährt und erlebt durch Tolga einiges was sie bislang noch nicht kannte. Warum beispielsweise trägt Tolgas Schwester ein Kopftuch und nimmt nicht am Schwimmunterricht teil? Und warum muss man, sobald man Tolgas Haus betritt, die Schuhe ausziehen? Schließlich verlangen das ihre Eltern nur im Winter von ihr. Doch hinter diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen, die sich Patrizia zuerst eröffnen, merkt sie sehr zügig, stecken doch mehr Gemeinsamkeiten als anfänglich vermutet. Wichtig ist bloß, sich von diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen, wie auch immer sie aussehen mögen, nicht hemmen zu lassen. Denn, wie Patrizia schnell erkennt, ist Verschiedenheit gar nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil, nicht nur zwischen fremden Ländern, sondern ebenfalls innerhalb Deutschlands ist es nicht selbstverständlich, dass jeder die Lebensgewohnheiten, wie ein bestimmtes Gericht oder sogar vereinzelte Wörter des Anderen kennt. Selbst im eigenen Land gibt es viele unterschiedliche Lebensweisen die es zu entdecken gilt und die zuerst als „fremd“ erscheinen obwohl sie für Andere Alltäglichkeit bedeuten.

Heutzutage wachsen Kinder in einer Welt auf, in der es immer selbstverständlicher wird, auf Menschen aus der ganzen Welt zu treffen, und sie bemerken dabei unausweichlich, dass Menschen ganz verschieden sein können. Doch die Art und Weise, wie Kinder damit umgehen, unterscheidet sich häufig stark von der der Erwachsenen. Sie fragen, ohne groß nachzudenken, ob die Frage nun angebracht ist oder bei dem Gegenüber etwas Negatives auslösen könnte. Unterschiede dürfen bemerkt und es darf auch nach ihnen gefragt werden. In den meisten Fällen ist gerade das Fragen sogar sehr wichtig, denn nur dadurch kann das sogenannte „Fremde“ oder „Andere“ als etwas ebenfalls Natürliches eingeordnet werden. Die wichtige Frage am Ende des Tages ist jedoch, wie relevant die Unterschiede denn überhaupt sind und ob ihnen überhaupt eine große Bedeutung beigemessen werden muss. Patrizia vergisst sogar für einen kurzen Moment, das sie und Tolgas Familie gar nicht dieselbe Sprache sprechen. Auch die Antwort auf die Frage nach dem Tragen des Kopftuches erscheint ihr plötzlich gar nicht mehr als wichtig, nachdem sie Tolga und seine Familie näher kennengelernt hat. Wichtig ist, dass Menschen so geschätzt werden wie sie sind, und dass man ihnen die Möglichkeit gibt, sich zeigen zu können. Die sehr unvoreingenommene Wesensart von Patrizia ist dafür ein gutes Vorbild. Sie schafft es, Tolga mit einer beeindruckenden Leichtigkeit in die Klasse zu integrieren und lernt dabei sehr viel Neues kennen.

Mit „Tolga hat´s nicht leicht“ hat Marion Röttgen somit ein Kinderbuch geschrieben, welches nicht nur für Kinder eine Bereicherung ist, sondern ebenfalls Erwachsene liebevoll an die Hand nimmt. Denn eben diese sind es, die manchmal nur allzu schnell vergessen, wie die Welt mit den Augen eines Kindes aussieht und wie wichtig es ist, sich diesen Blick hin und wieder zu bewahren.

 

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Wenn die Leute nur miteinander reden würden

"Tolga hat’s nicht leicht" von Marion Röttgen

Ach, manchmal wagt man zu denken: wie einfach könnte Integration sein. Wenn die Leute nur ganz von Anfang an miteinander reden würden. Wenn sie in entscheidenden Augenblicken nur die Augen aufmachten, offen sind, nur für das, was sie sehen, und dann ihr Herz reagieren lassen; und nicht auf die hören, die als Rattenfänger daherkommen, die mit Ängsten spielen, die das Fremde nicht aufmerksam analysieren, sondern pauschal dämonisieren.
 
Marion Röttgen hat hier eine bezaubernde Geschichte über vor allem Kinder geschrieben, über den türkischen Jungen Tolga, über die kesse Hamburgerin Patrizia, und beide kommen in die gleiche Klasse in Stuttgart. Das bringt das Gefüge der Freundschaften in der Klasse durcheinander, und die sympathisch vorlaute Patrizia schert sich darum auch wenig – sie hat ein gesundes Gerechtigkeitsgefühl, und sie hat eine Offenheit für Neues, was mit der hamburgischen Herkunft korrespondieren mag, die sie qualifiziert, gerade auch gegenüber tumben Einfaltspinseln nicht zurückzustecken und schließlich erfolgreich selbst Gegensätze zusammenzuführen.

Es ist diese Geschichte eigentlich ein modernes Märchen, mit Guten und (scheinbar zumindest) Bösen, mit klassischem Aufbau der Geschichte zu einem dramatischen Ereignis hin, das in wunderbarer Weise aufgelöst wird. Wirklich in wunderbarer Weise, die Autorin hat sich hier einen Kniff einfallen lassen, der hier nicht verraten werden soll, der aber den Leser gespannt weiterlesen lässt, der nicht zu früh zu viel verrät – gekonnt erzählerisch gelöst, Frau Autorin Röttgen, grandios!

Natürlich, wie im Märchen, findet alles zu seinem vorläufig guten Ende, ohne dass das Zuckerwasser zu sehr trieft; im Leben mag das nicht immer so sein, mögen auch nur Teile des Guten eintreten, was im Buch zum versöhnlichen Ende führt. Das ist nicht so wichtig. Das Entscheidende ist die durchgehend positive Grundhaltung des Buches, der Glaube an den positiven Ausgang, der dem Leser vermittelt wird. Da es ein Buch für junge Menschen ist und diese wohl vorwiegend die Leserschaft stellen, oft sicherlich auch gemeinsam mit Eltern oder Großeltern, ist gerade diese positive Grundhaltung und das erzählerische Arbeiten daran entscheidend dafür, dass wir hier ein Buch vor uns haben, das in jede, und ganz besonders in unsere, Zeit passt, das das Thema des Zusammenfindens und Zusammenlebens angenehm unprätentiös und verhalten genug pädagogisch aufgreift.

Dabei, selbstredend, stilistisch und im erzählerischen Handwerk versiert, profitiert die Autorin von ihren vielen Jahren der therapeutischen Erfahrung mit Kindern, Jugendlichen und Familien; freilich, und das ist für Literatur genauso wichtig: sie versteht es auch, die Therapeutin zu trennen von der Schriftstellerin; sie schöpft aus der Erfahrung und gestaltet erzählerisch. Ein sehr lesenswertes Buch, für Kinder und Erwachsene.

Marion Röttgen: Tolga hat’s nicht leicht. Brosch., 88 S., Edition Amici im Verlag Opus Magnum, Stuttgart, 12,99 €.

 

Kinderzeitung Stuttgart

 

Luftballon

 

Protokoll der Pressekonferenz

Muhterem Aras MdL und Marion Röttgen im Literaturhaus

luden anlässlich der

Buchpräsentation „Tolga hat's nicht leicht“ von Marion Röttgen

zu einem Pressegespräch ein.

 

Restaurant Vinum im Literaturhaus Donnerstag 28.07.2016 um 11:00

 

Barbara Czimmer (St. Zeitung/ St. Nachrichten)
Johanna Henkel-Waidhofer  (Badisches Tagblatt) 
Markus Pfalzgraf (SWR 4)                                
Tatjana Eberhardt (Wochenblatt)                              
Iris Frey (Cannstatter Zeitung)
Tanja Volz (Kinderzeitung Stuttgart)
Barbara Schlegel  (Radio Regenbogen)        
Rüdiger Soldt (FAZ)
Hans-Dieter Werner (Reutlinger Anzeiger)
Andrea Krahl-Rhinow (Luftballon)
Angela Groß (Heilbronner Stimme)

 

Nicht alle Journalisten konnten persönlich kommen, ließen aber wissen, dass Sie auf Grund des Protokolls berichten würden.

Anwesend waren außer den Journalisten die Landtagspräsidentin Muhterem Aras mit ihren persönlichen Referentinnen Frau Hugendubel und Frau Oehl, die Autorin Marion Röttgen und Joachim Bark als Repräsentant des Verlages Edition Amici.

 

Mit großer Aufmerksamkeit fürs Detail hat Frau Aras den Text gelesen. Sie begründete ausführlich, warum es ihr ein Anliegen sei, dieses „amüsante kindgemäß geschriebene“ Kinderbuch vorzustellen. Detailliert und sichtlich begeistert erzählte sie den Inhalt des Buches, lobte die behutsame Entwicklung der türkisch-deutschen Freundschaft, die ohne Beschönigung humorvoll und wohlwollend ganz aus der alltäglichen Situation heraus geschieht. „Ohne erhobenen Zeigefinger...!!!“

 

Wichtig war ihr, dass dieses Kinderbuch ein wunderbarer Beitrag sein könne,  Toleranz zwischen den Kulturen zu fördern, Kinder in der ihnen im Grunde eigenen Offenheit zu unterstützen, sie dabei zu ermuntern, sich Ungerechtigkeiten mit Zivilcourage entgegen zu setzen. O-Ton: „Ich stehe zu diesem Buch.“

 

Persönliche Kommentare von Muhterem Aras:

Frau Arras berichtet von ihren eigenen Erfahrungen als Migrantenkind, von schulischen Anfangsschwierigkeiten, aber auch liebevoller Begleitung und den unterstützenden Förderungen, die sie selbst erfahren hat.

 

Marion Röttgen erzählte von der Entstehung des Buches, ihrer biografisch begründeten Sympathie für die Türkei, der ersten Auslandsreise allein mit siebzehn Jahren von Hamburg nach Istanbul. Weiterhin erlebte sie im Rahmen ihrer therapeutischen Arbeit absurde Fehleinschätzungen von ausländischen Kindern durch Ärzte und Erzieher, nur weil sie sich auf Grund der mangelnden Sprachkenntnis inadäquat verhielten. Schließlich erwähnte sie, dass sie sich als Hamburgerin in Schwaben in den ersten Jahren auch als Fremde gefühlt habe. Röttgens persönliches Credo sind die Werte Toleranz und Zivilcourage. Ihre Nachkriegskindheit war von der Überzeugung geprägt, dass Zivilcourage einer der wichtigsten Werte ist, die man Kindern vermitteln sollte.

 

Kommentare der Journalisten in Stichworten:

 

  • Das Buch steht nicht nur für deutsch-türkische Freundschaft, sondern für den Integrationswillen überhaupt.

 

  • Das Buch ist nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer sinnvoll...

 

  • Eine Übersetzung ins Türkische wäre wünschenswert.

 

  • Man sollte sich unbedingt an die Stiftung lesen wenden.

 

  • Man sollte erwägen, das Buch als erste Schullektüre einzusetzen.

 

  • Türkisch-deutsche Gremien und Gesellschaften sollten darauf angesprochen werden.

 

Es sei zu erwägen, der Stabsstelle beim OB zu vermitteln, wie wichtig die frühe sprachliche Förderung der fremden, aber eben auch der eigenen, der „Muttersprache“ ist.

 

Am Schluss der Veranstaltung ergab sich eine Diskussion über sprachliche Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten, die Frau Röttgen mit Hinweisen aus ihrer langen logopädischen Arbeit ergänzte.

 

Frau Aras erläuterte ihre Sicht auf die momentane Beziehung zwischen Deutschen und Türken und stellte in diesem Zusammenhang noch einmal die Dringlichkeit der Mitteilung von „Tolga“ in Bezug auf Toleranz und Geduld im Umgang mit dem Fremden heraus.  

 

J.B.                                                                     Stuttgart, August 2016